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Durchflutung


Ich lasse mich auf dem Kissen nieder.
Gebe mein Gewicht an die Erde ab.
Nehme meinen Atem wahr. 

Lausche dem dreifachen Klang der Glocke.

Verbinde mich mit dem Raum, der sich in der Stille öffnet.
Werde zum Beobachter, ohne auszusieben.
Jeder Gedanke im Kopf, jedes Zwicken im Körper, jede Bewegung im Herzen.
Alles nehme ich einfach wahr. Ohne Beurteilung.
In Offenheit. Vielleicht mit Neugierde. Mit Geduld.
Etwas stört, verwandelt sich und löst sich wieder auf.

Mein sitzender Körper ist wie ein Berg.
Vollkommen fest in der Erde verankert.
Stabil in seiner Form. Aufrecht und gut begründet.

Ich atme ein und aus.

Plötzlich nehme ich es wahr. Es ist überall.
Ein Fließen und Strömen in allen Poren.

Ein durch und durch überflutetes Herz.

Ich sitze inmitten eines gewaltigen Flusses,
der alles Leben durch mich hindurchschwemmt.
In vollkommener Ruhe werde ich durchströmt von den Wassern des Lebens.

Ein durchfluteter Berg.
Ein befreiendes, beglückendes Paradox.
Ich wußte nicht, wie sehr ich danach gesuc…

Der verwilderte Garten

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In einem verwilderten Garten spielten zwei Eidechsen in der Nachmittagssonne Verstecken. Sie flitzten durch das Unterholz und waren im Wildwuchs des Gartens kaum auszumachen. Die bläuliche, kleinere von beiden war auf der Suche nach einem Schlupfloch in den hintersten Teil des Gartens gelangt, wo sie zuvor noch nie gewesen war. Flink lief sie unter dem Gestrüpp und über die Gräser hinweg und spähte nach einem Unterschlupf, wo sie sich vor ihrer Spielgefährtin verbergen konnte. Ein kleiner Hügel, der über und über mit Farn bedeckt war, kam ihr da gerade gelegen. Auf dem Hügel stand ein grauer Stein mit einer Mulde, wo sich die Eidechse hinein duckte und ganz ruhig verhielt. Schon konnte sie die zweite Eidechse in der Nähe rascheln hören und sie wartete lautlos ab, wie es die Art von Eidechsen ist. Die Mulde, in der sie Zuflucht gesucht hatte, war dicht mit Moos überzogen und die Eidechse passte genau in ihre Auswölbung hinein. Behaglich streckte sie sich aus und genoss die tanzenden F…

Der Buddha in mir

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Der Buddha in mir
Hier auf diesem Kissen hier vor dieser Kerze in diesem Atemzug kann es sein dass alles weit wird und unsere Hingabe ihre Antwort findet.
Hier an diesem Strand in all dem tanzenden Licht das auf uns zu fließt kann es sein dass die Brandung zu unserem Puls wird und wir uns mit den Bäumen im Wind wiegen.
Hier mit diesen Menschen auf der Straße der Gehetzten und der Süchtigen und Verzweifelten kann es sein dass Einer bei dir Atem holt und sich erinnert wer er ist.
Es kann sein, dass wir ganz still werden und im Herzen Platz machen für den Buddha, der in uns sitzt und atmet.
Wenn der Buddha in mir ist, weiß ich, dass ich nicht perfekt sein muss.
Wenn der Buddha in mir ist, bin ich wirklich zu Hause.




                                                                       Marie Laschitz,Januar 2018